Wenigstens gewonnen
VfB Großauheim – Germania Niederrodenbach 1:3 (0:0)
Angenommen die Germania hätte dieses Spiel verloren, aber auch selbst bei einem Unentschieden, wäre nach diesen 90 Minuten zweifellos das Gefühl von gerade verlorener Lebenszeit aufgekommen. So konnten der Sieg und die turbulente Schlussphase wenigstens ein wenig mit diesem schlimmen Fußballspiel versöhnen.
Es war von Anfang an ein Fehlpassfestival und chaotisches Hin und Her im Mittelfeld. Torchancen waren Mangelware. Die Germania hatte in der ersten Hälfte immerhin drei zu verzeichnen. Die Gastgeber beschränkten sich weitgehend, und das gut, auf die Defensive und, weniger gut, darauf, mit bei jeder Gelegenheit theatralischem zu Boden sinken, den Spielfluss zu zerstören.
Kerem Sulanc hatte in der 22. Minute die erste bessere Chance, schoss aus 16 Metern aber weit über das Tor. In der 27. Minute war es erneut Kerem Sulanc, der sich auf der rechten Seite gut durchsetzte. Seine Hereingabe fand in der Zentrale Tristan Mohn, der aus 12 Metern knapp am langen Pfosten vorbeischoss. In der 38. Minute war es dann Danilo Giuliana, der ein sehenswertes Dribbling an der Torauslinie entlang, mit einem überlegten Rückpass abschloss. Der fand mit Tristan Mohn auch einen Abnehmer. Aber dessen Schuss aus 12 Metern wurde von einem Verteidiger noch ins Toraus geblockt. Damit ist schon alles Bemerkenswerte zur ersten Halbzeit geschildert.
Zu Beginn der 2. Hälfte ein kurzfristiges Aufflackern der Gastgeber. Zunächst klärte Germania-Keeper Leon Philipp in der kurzen Ecke ins Toraus und kurz darauf leistete er sich gemeinsam mit Adrian Steier eine Slapstick-Einlage im eigenen Strafraum, die wohl auch die gegnerischen Stürmer etwas überraschte. Sonst hätte hier durchaus der erste Treffer fallen können (47.). So war es die Germania, die, nach weiterhin endlosem Mittelfeldgeplänkel, in der 63. Minute in Führung ging. Und es war ein Tor, das zu diesem Spiel passte. Antonio Giuliana zirkelte aus 22 Metern einen Freistoß in den Strafraum, der an Freund und Feind vorbei überraschend ins Tor segelte. Einen kleinen Verdienst an diesem Treffer darf man wohl auch Tristan Mohn zuschreiben, der, am kurzen Pfosten dicht vor dem Tor stehend, den gegnerischen Keeper irritierte. So wie das Spiel bisher lief, konnte man bei der Harmlosigkeit der Gastgeber eigentlich annehmen, dass damit der Sieg unter Dach und Fach war. Aber eine turbulente Schlussphase zeigte wieder einmal, dass man im Fußball mit allem rechnen muss. Zunächst verursachte der gerade eingewechselte Walker Addoquaye in der 85. Minute einen durchaus diskussionswürdigen Foulelfmeter, der sicher verwandelt wurde. Es war zwar insgesamt ein grausames Spiel, aber unabhängig davon war unser Team die klar bessere Mannschaft und ein Unentschieden für die Gastgeber deshalb höchst schmeichelhaft. Aber die Germania hatte zum Glück noch etwas im Köcher. Luca Botzum (88.) und Danilo Giuliana (90 +3) sorgten in der Schlussphase, beide nach glänzender Vorarbeit von Tristan Mohn, doch noch für ein dem Spielverlauf entsprechendes Ergebnis.
Es spielten: Philipp, Özcan, (62. Botzum), Steier, Hasret, Fiebig, (73.Lücke), Badur, Sulanc (62. Heuer), Schilling (83. Addoquaye), A. Giuliana, D. Giuliana und Mohn (Beste Spieler: Steier, Fiebig, Mohn und Heuer)